14.09.2014 (DE)
30.09.2014 (AT)
Vorwort:
Dem aufmerksamen Leser ist sicherlich nicht entgangen, dass der Regisseur des hier vorliegenden Filmes seit ein paar Monaten auch eine ganz exklusive Kolumne für unseren Blog schreibt.
Wer nun deswegen ein Problem damit hat, dass wir seinen neuesten Film als Kurzanzeige besprechen, dem empfehlen wir das gekonnte Überlesen der folgenden Zeilen (am besten gefolgt von dem aufmerksamen Lesen irgend eines anderen Beitrags hier auf unserem Blog 😉 ).
Allerdings besteht unserer Ansicht nach eigentlich gar kein Grund dazu, denn:
– wir MovieCops waren nicht im Geringsten in der Entstehung von LA PETITE MORT 2: NASTY TAPES involviert, weswegen wir den Film auch als ganz normale, unbeteiligte Zuschauer gesehen haben (jeder für sich, in den eigenen vier Wänden).
– es gibt viele Filmemacher die uns sympathisch sind, weswegen wir euch unsere Meinung zu den Filmen dieser Personen aber trotzdem nicht vorenthalten wollen.
In diesem Sinne: Viel Spass beim Lesen!
Grund für die Anzeige:
LA PETITE MORT 2: NASTY TAPES
Tatverdächtige(r):
Monsieur Matheo Maximè
Tatbestand:
Eigentlich ist es ein ganz „normaler“ Arbeitstag im „Maison de la Petite Mort“. Doch während Dominique und Monique dem Zuschauer die Angebotspalette anhand expliziter Beispiele vorstellen, bereitet sich der Inhaber – Monsieur Matheo Maximè – darauf vor, sich seine ganz eigenen Wünsche zu erfüllen…

Beweisaufnahme:
Vor fünf Jahren hat Marcel Walz sein eigenes HOSTEL ins Leben gerufen und mit LA PETITE MORT die deutsche Antwort auf das Torture Porn-Genre abgeliefert. Unter Genrefans wurde der Film gefeiert und auch seitens der Kritiker gab es viele anerkennende Worte. Da ist es nur logisch, dass nun LA PETITE MORT 2: NASTY TAPES in den Startlöchern steht und darauf aus ist, den Zuschauern auf den Magen zu schlagen.
Zu diesem Zweck wird hauptsächlich eine Art Videokatalog mit allerlei Foltermethoden präsentiert, welcher mit einzelnen Szenen aus dem Arbeitsalltag in diesem sehr speziellen S/M-Club angereichert wurde. Diese Szenen bilden dann auch die Rahmenhandlung und bieten somit den einzigen Spannungsbogen, welchen der Film vorzuweisen hat. Das ist hier aber nicht sonderlich schlimm, denn der Film ist nicht darauf aus, eine wahnsinnig innovative Story zu bieten. Vielmehr geht es um zahlreiche phantasievolle Möglichkeiten, jemandem Schmerzen zu bereiten und das Opfer anschliessend zu töten. Und was diesen Punkt angeht, so überzeugt diese abartige Nummernrevue in allen Belangen!

Zwischen elektrisierenden Tänzen, zweckentfremdeten Korkenziehern und einer bitterbösen Stummfilm-Sequenz in schwarz-weiss gibt es stellenweise auch gesellschaftskritische Töne zu entdecken. Diese mögen zwar oberflächlich sein, doch sie wurden immerhin so gut in das Folternetz verwoben, dass sie gar nicht mehr ganz wirkungslos verpuffen können. Die am besten funktionierende Kritik am Menschen ist schlussendlich jedoch trotzdem der komplette Film an sich, indem er als perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt präsentiert wird.
Ich möchte nichts vorweg nehmen, aber was Marcel Walz hier für ein abartiges Splatterfeuerwerk abfeuert, ist kaum zu glauben – und für viele Menschen wohl auch kaum zu ertragen. Es wird geschnitten, geschockt und gebohrt als gäbe es kein Morgen, während stets knapp bekleidete Damen sichtlichen Spass an der ganzen Angelegenheit haben. Längen entstehen dabei nicht, da das blutige Paket mit einer knackigen Laufzeit von 83 Minuten sehr kompakt daherkommt. Zusammenfassend bezeichne ich LA PETITE MORT 2: NASTY TAPES der Einfachheit halber als „die ultimative Definition von Torture Porn“, womit jedem klar sein dürfte, auf was er sich bei diesem Werk einlässt.

Auch wenn die Darsteller um Annika Strauss und Micaela Schäfer teilweise mit etwas zu wenig Elan agieren, so machen sie ihre Sache doch gut bis sehr gut, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine Independent-Produktion handelt. Einer spielt sogar richtig stark auf: Mika Metz als Monsieur Matheo Maximè. Er trägt die Rahmenhandlung quasi im Alleingang und versinkt förmlich in seiner abgefahrenen und durchgeknallten Rolle! Unterstützt wird er dabei von einem treibenden Score, überzeugenden Effekten, gekonnter Kameraarbeit und einem wirklich erstklassigen Schnitt. Der schöne und farbenfrohe Look rundet das Ganze ab und es wird Zeit, dass ich zum Urteil komme…

Urteil:

Schlusswort:
Nein, LA PETITE MORT 2: NASTY TAPES ist sicherlich nicht jedermanns Sache und dürfte eher nur für Genrefans interessant sein. Diese sollten sich diese kranke Schlachtplatte jedoch nicht entgehen lassen, denn wo ein Eli Roth aufhört, fängt Marcel Walz überhaupt erst an!

















